Versickerung

 

In der freien Landschaft werden Niederschläge zum Teil durch Pflanzen aufgenommen und verdunstet. Zu einem anderen Teil können sie durch Unebenheiten im Boden oder durch Mulden zurückgehalten werden und dort verdunsten oder ins Grundwasser versickern.

In Siedlungsgebieten ist durch Bebauung und Befestigung der Oberflächen der natürliche Wasserkreislauf erheblich verändert.  Durch die gezielte Entwässerung der Flächen fließen Niederschläge geradewegs in Abwasserbehandlungsanlagen oder Vorfluter ab. Dabei kann es zu einer unnötigen Durchmischung mit stark verschmutzten Abwässern kommen.

Zudem kommt es durch verwendete Baustoffe und die Verschmutzung der Flächen zu einer Belastung der Niederschläge mit Staub, Schwermetallen oder organischen Stoffen.

Eine Versickerung derart belasteter Niederschläge in das Grundwasser setzt eine vorherige Reinigung z.B. durch die Passage durch eine belebte Bodenschicht voraus. Diese kann die Belastungen aufnehmen und binden oder abbauen.

Näheres dazu ist im Merkblatt DWA-M 153 (Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser) beschrieben.

Durch eine Versickerung von Niederschlägen ist eine Einsparung bei den Abwassergebühren möglich.

 

Voraussetzungen für eine Versickerung von Niederschlägen:

  • versickerungsfähiger Boden
  • ausreichend Fläche und Abstand zu Nachbargrundstücken
  • Der Untergrund ist frei von Altlasten
  • Abstand zum Grundwasserspiegel mindestens 1 m

 

Bemessung:

Die Anforderungen an Versickerungsanlagen sind im DWA-Arbeitsblatt-A 138 (Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser) der Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) festgelegt.

Desweiteren ist das bereits oben erwähnte Merkblatt DWA-M 153 (Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser) zu beachten.

Die örtlichen Starkniederschlagshöhen sind den KOSTRA-DWD-2000 Daten zu entnehmen.

Letztendlich muss auch noch die Versickerungsfähigkeit (kf-Wert) des anstehenden Bodens bekannt sein. Falls erforderlich ist dieser in einem Versickerungsversuch zu ermitteln. 

 

Ermittlung des kf-Wertes durch einen Versickerungsversuch:

  

 

Muldenversickerung:

Ideal ist die Versickerung der Niederschläge in einer Bodenvertiefung die mit einer 30 cm starken belebtem Oberboden ausgekleidet ist. Die Mulde muss ein gewisses Niederschlagsvolumen zwischenspeichern können, da der Boden das Wasser langsamer aufnehmen kann als es anfällt.

Mulden sollten innerhalb eines Tages wieder geleert sein und die Wassertiefe sollte weniger als 30 cm betragen.

Durch eine harmonische Anordnung und standortgerechte Bepflanzung ist eine ansprechende Gestaltung der Versickerungsmulde möglich.

 

Weitere Informationen zum Thema:

Regenwasserversickerung bei Wikipedia