Nachdem die Planungsphase abgeschlossen, die Förderung genehmigt und die Finanzierung gesichert waren, folgte mit der Umsetzung die spannendste Phase. Ein 1,5 Kilometer langer Graben von der Biogasanlage bis in jedes Haus musste ausgebaggert werden – rund 2000 Meter Spezialrohre wurden darin verlegt. „Wir haben stets den kürzesten Weg zu den Häusern gesucht“, berichtet Nikolaus Wolf von den sieben Wochen andauernden Bauarbeiten, „teilweise haben wir gar die Kabine des Baggers abgebaut und uns durch den Boden einer Scheune gegraben.“ Jeder brachte seine Arbeitskraft und sein Können ein. „Wir haben Spezialisten für alles gefunden und wer nicht handwerklich mithelfen konnte, sorgte fürs Vesper“, so Wolf. Unterstützung bekamen die Gesellschafter auch von der Firma Rehau aus Feuchtwangen. Sie lieferte nicht nur die Wärmeleitungen, sondern auch das Know-how. Daniel Lindorfer half bei der Netzdimensionierung und Materialzusammenstellung. Er war von der Planungsphase an mit dabei. Auch die Bauarbeiten vor Ort betreute der technische Betriebswirt mit. „Wir haben schon mehrere Projekte dieser Art begleitet. In Hellmannshofen lief alles reibungslos“, so Lindorfer.
Für die Dorfgemeinschaft hat sich der Aufbau des Nahwärmenetzes in eigener Regie in vielerlei Hinsicht gelohnt: Rund 70 000 Liter Heizöl sparen die Hellmannshöfer jetzt jährlich ein – und damit auch eine Menge Kosten. Auch wenn die Endabrechnung noch nicht ganz abgeschlossen ist, zeigt sich bereits, dass die Gesamtkosten die prognostizierten 200 000 Euro nicht übersteigen werden. Durch die Arbeit am gemeinsamen Projekt sind sich die Menschen näher gekommen. „Ich beobachte das öfter bei solchen Projekten, gerade in kleinen Dörfern auf dem Land: Anfangs gibt es viele Fragen und Bedenken, dann raufen sich alle zusammen und am Ende ist die Gemeinschaft gewachsen“, sagt Bauingenieur Peter Leidig. Und auch für die Betreiber der Biogasanlage geht die Rechnung auf: Sie bekommen nun einen Bonus dafür, dass die Wärme genutzt wird.
Die erste Kältewelle ist überstanden, die selbst verlegten Wärmeleitungen transportierten warmes Wasser in die 13 Häuser und den Schweinestall. „So gut hatten wir es noch in keinem Winter. Niemand muss selber heizen und niemand muss frieren. Das wurde zwar vorher genau ausgerechnet, aber wenn es dann in der Praxis funktioniert, ist es umso besser“, meint Nikolaus Wolf zufrieden.